Dienstag, 12. November 2019

Neues Traumtuch

Na ja, ganz neu ist das Tuch nicht. Ich habe jetzt eine eigene Domain, die frei von jeglicher Werbung ist, und wo mir ein viel größerer Gestaltungsspielraum geboten wird. Aus technischen Gründen habe ich bei dieser Gelegenheit von Blogspot auf Wordpress umgesattelt.
Was meinen Blog "Traumtuch" betrifft, habe ich einige Löcher geflickt und das Tuch neu eingefärbt. ;-) Ich möchte mich wieder mehr der Lyrik widmen und hoffe , dass ihr durch euren Besuch und eure Kommentare mir helft, dem neuen Blog Leben einzuhauchen. Wer mich also gerne weiterhin lesen möchte, der klicke hier:

Traumtuch

Herzliche Grüße
Jörg, alias Jorge D.R.

Mittwoch, 26. September 2018

R.I.P.

Mit allen Sinnen
(gewidmet Monika Kafka)

Im Lufthauch
eines fernen Echos
höre ich deine Worte

Im Spiegelbild
eines Tautropfens
erkenne ich dein Lächeln

Im Sternenlicht
eines Zeitensprungs
ertaste ich deine Seele

In der Brandung
einer Meereswelle
rieche ich deine Kühle

In der Würze
eines Herbsttages
schmecke ich deinen Geist

In der Wärme
unseres Traumtuchs
spüre ich deine Nähe

Liebe Mo,
heute hättest du Geburtstag. Ich denke oft an dich. Du hast mir viele Tipps gegeben. Insbesondere aber hast du es verstanden, mich aufzumuntern, wenn wieder einmal diese gefürchtete Schreibleere kam. Die jetzige dauert nun schon einen ganzen Sommer lang. Wie gerne wäre ich weiter dein Schüler gewesen. Noch eine kleine Zeit lang. Ich hätte noch vieles von dir gelernt. Vielleicht würde ich heute sogar ein wenig besser verstehen, was Leben heißt. Aber so bin ich einfach nur traurig.

Dein Jorge D.R.

Monika Kafka, Schlüsselworte

Freitag, 9. Februar 2018

.

Noch immer hause ich
im Grenzland des Glücks
wärme mich an den Resten
einer uralten Liebe.

Einsamkeit rinnt ins Holz
tiefer als meine Trauer je war
bläst die Angst Stille
durch die Löcher im Traumtuch.

Sehnsucht spannt ihr Netz
weiter als mein Glaube je war
dehnt die Maschen der Hoffnung
über die Leere meiner Seele.

Vertrauen sammelt Worte
höher als der Augenblick je war
erzählen Geschichten des Himmels
als Zündflamme für das Unsagbare.

Eisblumen blühen
im Schleier des Mondes
leuchtet dein Bild
als wärest du bei mir.

© Jorge D.R. 2017

Donnerstag, 11. Januar 2018

Glücksfaden

Vom Baum der Erinnerung
sammle ich Silben
kleide sie in Worte
schmücke sie mit Hoffnung.

Doch die Zeiger der Uhr
zerstückeln meinen Glauben
in atemlose Gedanken
fliehen meine Blicke.

Über deine Lippen
fallen Buchstaben
spinnen einen Faden
zu unserem Glück.

Bis er über die Kluft reicht
verstecke ich mich
in einer Falte der Zeit und
schöpfe Blau aus der Stille.

© Jorge D.R. 2017

Sonntag, 24. Dezember 2017

Jahresende

Bevor wir vergaßen,
ordneten wir die Stunden des Glücks
und teilten sie bedächtig.

Noch hingen Sommerfarben
an unseren Wimpern.
Mit breitem Pinsel bleichten sie
letzte Tränen aus der Trauer,
und goldgelber Hahnenfuß versprühte
Farbtupfer über die Zeit.

Unten im Dorf
schlugen die Glocken
letzte Augenblicke in unsere Seele.

© Jorge D.R. 2017

Dienstag, 12. Dezember 2017

geliebtes land

immer noch bin ich auf dem weg zu dir mein herz zerrissen die seele vernarbt ein bruch im schweigen über ewig grünen ebenen von kalter haut grob verdeckt bewache ich deinen schlaf wegweiser die auf dich zeigen beschleunigen meine schritte andere drehe ich um dich zu erreichen wo immer du bist verliere ich die richtung male ich deinen namen auf ein schild warte unter der Laterne auf den mond an der sprache soll jeder sehen wo ich bin denn ich will nicht einsam sein wenn die zeit weiter geht ohne dich

© Jorge D.R. 2017

Montag, 6. November 2017

erfahrungen

spät
verblassten worte
durchbrach schweigen sinfonien

spät
starben ideen
verzerrte schatten hoffnungen

spät
lernte ich
mit meiner melodie zu leben

© Jorge D.R. 2017

Mittwoch, 27. September 2017

September

mit dem Sommerwind gehen Lieder
mein Gedächtnis zerfällt in Engramme
die toten Zweige übergebe ich dem Herbstwind

auf Wortsuche den Horizont verloren
hier und da der Abdruck eines Augenblicks
manchmal Erinnerungen glassplitterhaft

eine Inflation der Begriffe
fängt vergangene Jahre ein
selten Wünsche traumgeschützt

langsam keimende Traurigkeit
macht die Seele blind
zuweilen Hoffnung lichtgebogen

du musst nicht bleiben
nimm die lauten Töne mit
aber lass mir ein Lächeln zurück

© Jorge D.R. 2017

Montag, 24. April 2017

Drei Gedanken

ewige Sehnsucht nach Nähe
dein Lächeln als Antwort
zerbrechlich wie die leere Tasse

zwischen den Welten würde ich warten
der Einsamkeit dein Gesicht leihen
aufbrechen zum Ende der Zeit

ein Gedicht auf dem Tisch
Glück ist vergänglich lese ich
aber ich weiß dass du bleiben wirst

© Jorge D.R. 2017

Freitag, 7. April 2017

dein gedicht

ob ich die silben leise
über meine lippen lasse
oder mich laut zwischen
deine worte drängle
ich spüre das sehnen
und die weite dahinter
fühle den luftzug
der trägt
atme das licht
das am horizont
eine linie
aus ferne zieht

© Jorge D.R. 2017

Donnerstag, 16. März 2017

licht des frühlings

von winterschweren lidern
fällt zartflockig
letzter schnee

aus den tiefen
abgelebter tage
fließen verse voll

von fern ein
leiser harfenton
von schweigen gefiltert

gebrochene gedanken
wecken schlafende bilder
und bauen ein neues haus

das licht des frühlings
züngelt am glück
solange du bei mir bist

© Jorge D.R. 2017

Montag, 20. Februar 2017

Eine Tasse Cappuccino

Gedanken an die Zeit
wo du geliebt wurdest

Noch immer schreibst du für ihn
aber es kommt keine Antwort mehr

Rückkehr zu dir selbst
das Warten üben

Das Lächeln behalten
als Schutz vor der Kälte

Momente speichern
bevor die Zeit wieder friert

Auf deinem Cappuccino
den Bläschen nachschauen

© Jorge D.R. 2017

Sonntag, 12. Februar 2017

noch einmal

ich lese deine zeilen
füge die worte neu
mache pausen beim sprechen
hier und dort
und dann noch einmal
ganz anders
meine seele beginnt zu schwingen
von duft genährt
trägt sie die gedanken
von einer baumkrone zur nächsten
der göttin entgegen
immer wieder greift
meine hand ins leere
doch als der tag zu ende geht
führt mich die einbrechende nacht
wie ein zebrastreifen
durch die rush hour des lebens
und ich erkenne dich

© Jorge D.R. 2017

Manchmal ist die Seele ausgetrocknet und gebiert keine Worte mehr. Gut wenn man dann eine Freundin hat, die einem mit sanfter Poesie an die Hand nimmt. Meine Zeilen sind eine Antwort auf dieses Gedicht von Diana Jahr: [weiß die nacht]

Donnerstag, 9. Februar 2017

Norden

Blauer Himmel den ganzen Tag,
eine gleisende, tief stehende Sonne.

Und kalt, kalt, kalt,
Polarlicht lässt die Träume frieren.

Grüße in die Nacht
von der anderen Seite der Erde.

Nichts Neues aus dem Norden.
Nur das Schweigen des Schnees.

© Jorge D.R. 2017

Montag, 23. Januar 2017

86400 sekunden

am tage
den menschen im blick
manche dinge tun
andere reifen lassen

am abend
die bilanzen schönen
das glück des tages
in die träume geleiten

in der nacht
wege der engel studieren
die leere zwischen den sternen
mit schweigen füllen

am morgen
der hoffnung raum geben
und noch einmal
bei null beginnen

© Jorge D.R. 2017

Sonntag, 1. Januar 2017

vom himmel

vor dem fenster
ein kalter wind
der himmel nirgendwo

schweigen
trägt das lied
von einsamkeit

du gehst
hinaus in die weite
mit leerer hand

im land
ohne horizont
verlierst du dich

in der spur von gestern
läuft die erinnerung
gegen das vergessen

am morgen steigt
ein lächeln
aus der leere

licht über dem eis
spiegelt deine seele
der himmel ist in dir

© Jorge D.R. 2017

Happy New Year 2017

Montag, 7. November 2016

Montag, 26. September 2016

eine weglänge

(für meine einjährige Enkelin)

in die spalten des abends
fällt ein müder tag
du hast aufgehört zu weinen
dein kopf auf meiner schulter

die gedanken des tages
auf der überholspur
verlieren sich
in deinem blonden haar

über die risse zum gestern
holt dein mund
mit "da da" und "oh oh"
die zeit zurück

das lächeln deiner augen
ein blühen auf abruf
lehrt mich schmerzlich
wie oft ich blind war

über die schatten
vom nahen ende
dehnst du den augenblick
hoch in den himmel

so viel leben
im zwischenraum
zeigt mir was bleibt
über den winter hinaus

wie schön
dass du mit mir gehst
wenn auch nur
eine weglänge

© Jorge D.R. 2016

Donnerstag, 19. Mai 2016

schweigen

zu wirre gefühle
für mein herz

zu harte töne
für meine ohren

zu viele worte
für meine sprache

zu laute träume
für meine seele

setz dich zu mir und
hilf mir schweigen

© Jorge D.R. 2016