Donnerstag, 9. Oktober 2014

Heimweh

nach den Wolken
über dem Garten in Röllingshain

nach dem kleinen Jungen
der ich gewesen bin

nach dem schwarzen Schuppen
im Norden Albertas

nach den Träumen
in der Baumhütte der Fichtenschonung

nach dem Geruch der Landstraßen
als ich siebzehn war

nach den Erklärungen Gottfrieds
über die Pilze

nach den Frühlingsnachmittagen
auf den Bahnsteigen der Kleinstädte

nach den Spaziergängen
mit Marjorie in Karlsruhe

nach dem Himmel
eines Schneetages im November

nach dem Gesicht Robert Redfords
in dem Film Jenseits von Afrika

nach den umgeschlagenen Kalenderblättern
auf meinem Schreibtisch

nach dem Geschrei der Möwen
über Vancouver Island

nach den schlaflosen Nächten
nach den Geräuschen der schlaflosen Nächte

Jorge D.R.

Montag, 6. Oktober 2014

immer wieder

den schmerz
in den wind schreien

den weg
der hoffnung gehen

den horizont
vom himmel ziehen

die liebe
ohne angst leben

das glück
in den sand schreiben

immer wieder

Jorge D.R.

Freitag, 3. Oktober 2014

Herbstfaden

Träume verblassen
ziehen eine Linie aus
Sehnsucht an den Horizont

Wieder mündet
ein herbstlicher Morgen
in unsterbliche Gedanken

Vom Sommer zum Winter
spinnst du den roten
Herbstfaden der Erinnerung

Ich werde dich finden
in den Worten die du
unter buntem Laub zurücklässt

Jorge D.R.

Donnerstag, 25. September 2014

grenzland

Jorge D.R.

Mittwoch, 24. September 2014

Über die Melancholie

Der Melancholiker kennt es sehr gut: das reine, gleißende und pure Glück, das immer nur kurz dauert. Denn genau das ist sein Reiz. Dünnhäutig und staunend genießt er solche Momente. Sein Empfinden dabei ist leicht gebrochen durch eine geahnte Enttäuschung, durch befürchteten Verlust und Blick auf das Ende. Das alles aber schmälert sein Glück keineswegs, sondern reichert es weise an. Wenn sich zur Ahnungslosigkeit die Kraft der Vorstellung gesellt, wird das Schöne kompakter, geballter, geradezu grandios.

Mariela Sartorius

Sonntag, 21. September 2014

von dir

schon schwingen sie an
elektromagnetische wellen
aus den schwarzen löchern

ihr liederbuch ist geschlossen

von dir:
das erinnern, geschmückt
mit worten und gesang

die sich öffnenden blüten
tragen ihre worte
zum morgen


Jorge D.R.

Dienstag, 9. September 2014

im spiegelbild eines tautropfens

Nun ist es schon wieder über ein Jahr her, dass wir von unserer Panamericana Reise zurückgekehrt sind. Endlich ist auch der zweite Gedichtband fertig geworden. Band 2 ist genauso aufgemacht wie Band 1, nur DIN A5 im Querformat. Auf der linken Seite befindet sich jeweils ein Bild, das Marjorie entlang der Panamericana geschossen hat und rechts steht ein Gedicht, das ich unterwegs verfasst habe.



Mit diesem Büchlein ist die Serie komplett - zwei Gedichtbändchen und das Reisebuch von unserer Panamericana-Reise.



Drei dicke "Dankeschön" muss ich loswerden:
- an Marjorie, "die Kanadierin", die wunderbare Bilder beigesteuert hat und sich inzwischen zur kompetenten Layouterin gemausert hat.
- an Ingo Schmitz vom freigelassen-Verlag, der uns schnell und kenntnisreich geholfen hat.
- an Elke Kaminsky, einer wunderbare Frau und begnadete Poetin, die für unser Buch eine Referenz geschrieben hat.


Herzliche Grüße
aus
einer bunten Herbstlandschaft
am anderen Ende der Welt
von
Jorge D.R.
Waterloo, Ontario, Kanada, im September 2014




Bestellungen per E-Mail:
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Buchtrailer:
youtube.com/watch?v=p97kaiI85bA

Freitag, 5. September 2014

mit dir

im anders sein
die wurzeln
erkennen

sehnsucht begraben
tief in wolke
sieben

hoffnung entdecken
hinterm horizont
links

glück teilen
auf allen wegen
weit

zart berühren
deine lippen
die zeit

Jorge D.R.

Sonntag, 4. Mai 2014

R.I.P.



Mit allen Sinnen
(gewidmet Monika Kafka)

Im Lufthauch
eines fernen Echos
höre ich deine Worte

Im Spiegelbild
eines Tautropfens
erkenne ich dein Lächeln

Im Sternenlicht
eines Zeitensprungs
ertaste ich deine Seele

In der Brandung
einer Meereswelle
rieche ich deine Kühle

In der Würze
eines Herbsttages
schmecke ich deinen Geist

In der Wärme
unseres Traumtuchs
spüre ich deine Nähe

Liebe Mo,
dein Tod macht mich sehr traurig. Ich wünschte, ich wäre Paul Celan. Dann würde ich dir all die Dinge sagen, die du schätzt und ich würde sie in Worte kleiden, die du liebst. Aber so bin ich nur Jorge D.R. - dein ehemaliger Möchtegern-Musterschüler.
Jorge D.R.


Montag, 21. April 2014

nur ein gefühl

es war nicht
fremd
irgendwie war es
vertraut
und als alles
vorbei war
kam die Erkenntnis


Jorge D.R.