Montag, 20. September 2010

Verschwinden

Einfach weggehen sollten wir,
keine Gedichte mehr erzählen
und unsere Träume auch nicht.
Ach - du weißt nicht,
wohin wir gehen sollen?

Einfach abhauen sollten wir,
noch vor dem neuen Tag
und alle Pläne im Schrank lassen.
Ach - du glaubst,
dass wir alles wieder genau so machen?

Einfach verschwinden sollten wir,
unsere alten Schuhe hier lassen
und die schlaflosen Stunden auch.
Ach - du dachtest,
dass wenigstens der Mond scheint?

Einfach herumstehen tust du,
noch nach dem Abschied
und so viele Tränen im Auge.
Ach - du hast vergessen,
dass wir uns mitnehmen müssen?

Jorge D.R.

Kommentare:

  1. Manchmal tut es gut, für eine Zeit alles hinter sich zu lassen, den Blick für Neues zu weiten und mit neuer Energie zurück zu kehren. Vieles, was eingefahren war, erscheint plötzlich in einem anderen Licht.

    Zeilen, die mir sehr gefallen, lieber Jorge.

    Herzlich
    Anna-Lena

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  2. Da hilft nichts. Weggehen kann man nur ganz oder gar nicht...

    Aber da sind ja noch die Gedanken, die dürfen überallhin aus- und abschweifen. ;-)

    Gruss,
    Brigitte

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  3. Einfach... nein, Weggehen ist nicht so ganz einfach, gerade weil wir uns selbst überall mit hinnehmen!
    Wir können zwar schnell unsere sieben Sachen packen und gehen, doch dann beginnt es erst.

    Weiß Monika nach dem 4. Neustart in 7 Jahren
    und grüßt dich herzlich

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  4. den Ort wechseln ist einfach,sich selbst kaum
    lg
    karl

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  5. Ach - du hast vergessen,
    dass wir uns mitnehmen müssen?


    Ohne "uns" geht es einfach nicht :-).

    Liebe Grüße
    Barbara

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  6. ach, und du, jorge,
    du hast vergessen zu fragen, ob sie mitgehen will...

    alleine gehen ist eindacher
    oder auch schwerer - jenachdem...

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  7. Ist es denn einfach, das Weggehen? Was ist denn, wenn man sich nicht Zuhause fühlt?


    Weitersuchen, würde ich sagen, lieber Jorge. Irgendwo muß es doch stecken, dieses verflixte Gefühl, was klar und deutlich sagt:

    Hier bin ich angekommen, hier will ich bleiben, denn hier bin ich ganz und gar. Hier fülle ich den Raum aus. Leere, was ist das?

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  8. Du sagst eigentlich etwas ganz anderes, als das, auf was ich versucht habe zu antworten.

    Gedichte und Träume würdest Du wegwerfen, weil sie zu den alten Schuhen und den schlaflosen Nächten gehören?

    Du würdest Dich aus Dir selbst herausreißen wollen und meinst, es könnte gelingen?

    Warum möchtest Du das? War alles falsch und nutzlos?

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  9. Hallo Jorge....

    Das würde ich grad auch so unterschreiben...
    Wenn man das Gefühl der Ohnmacht nicht mehr loswird, kommen einem schon manchmal solche Gedanken. Einfach auf und davon zu gehn und alles hinter sich lassen....
    Nur vergessen sich mitzunehmen sollte man nicht, sonst macht das keinen Sinn
    gar nicht so einfach gell???

    verstanden und für gut befunden
    hat das
    Sterntalerchen

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  10. riders on the storm.....
    wunderbar ausgesucht!
    gruß von sonja

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  11. so wie ich Dein Gedicht verstehe, brauchen wir gar nicht weggehen, weil wir uns doch mitnehmen müssen.
    Da ist was dran.
    Im Kern bleiben wir immer gleich.
    Liebe Grüße
    Barbara

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  12. wunderschöner Text ......beim lesen konnte ich das "weggehen" förmlich bildhaft vor mir sehen .....wirklich wunderschön forumuliert ....das lässt die Träume reisen!
    lieben Gruss
    Martina Paderkroete

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