Dienstag, 12. Dezember 2017

geliebtes land

immer noch bin ich auf dem weg zu dir mein herz zerrissen die seele vernarbt ein bruch im schweigen über ewig grünen ebenen von kalter haut grob verdeckt bewache ich deinen schlaf wegweiser die auf dich zeigen beschleunigen meine schritte andere drehe ich um dich zu erreichen wo immer du bist verliere ich die richtung male ich deinen namen auf ein schild warte unter der Laterne auf den mond an der sprache soll jeder sehen wo ich bin denn ich will nicht einsam sein wenn die zeit weiter geht ohne dich

© Jorge D.R. 2017

Montag, 6. November 2017

erfahrungen

spät
verblassten worte
durchbrach schweigen sinfonien

spät
starben ideen
verzerrte schatten hoffnungen

spät
lernte ich
mit meiner melodie zu leben

© Jorge D.R. 2017

Mittwoch, 27. September 2017

September

mit dem Sommerwind gehen Lieder
mein Gedächtnis zerfällt in Engramme
die toten Zweige übergebe ich dem Herbstwind

auf Wortsuche den Horizont verloren
hier und da der Abdruck eines Augenblicks
manchmal Erinnerungen glassplitterhaft

eine Inflation der Begriffe
fängt vergangene Jahre ein
selten Wünsche traumgeschützt

langsam keimende Traurigkeit
macht die Seele blind
zuweilen Hoffnung lichtgebogen

du musst nicht bleiben
nimm die lauten Töne mit
aber lass mir ein Lächeln zurück

© Jorge D.R. 2017

Montag, 24. April 2017

Drei Gedanken

ewige Sehnsucht nach Nähe
dein Lächeln als Antwort
zerbrechlich wie die leere Tasse

zwischen den Welten würde ich warten
der Einsamkeit dein Gesicht leihen
aufbrechen zum Ende der Zeit

ein Gedicht auf dem Tisch
Glück ist vergänglich lese ich
aber ich weiß dass du bleiben wirst

© Jorge D.R. 2017

Freitag, 7. April 2017

dein gedicht

ob ich die silben leise
über meine lippen lasse
oder mich laut zwischen
deine worte drängle
ich spüre das sehnen
und die weite dahinter
fühle den luftzug
der trägt
atme das licht
das am horizont
eine linie
aus ferne zieht

© Jorge D.R. 2017

Donnerstag, 16. März 2017

licht des frühlings

von winterschweren lidern
fällt zartflockig
letzter schnee

aus den tiefen
abgelebter tage
fließen verse voll

von fern ein
leiser harfenton
von schweigen gefiltert

gebrochene gedanken
wecken schlafende bilder
und bauen ein neues haus

das licht des frühlings
züngelt am glück
solange du bei mir bist

© Jorge D.R. 2017

Montag, 20. Februar 2017

Eine Tasse Cappuccino

Gedanken an die Zeit
wo du geliebt wurdest

Noch immer schreibst du für ihn
aber es kommt keine Antwort mehr

Rückkehr zu dir selbst
das Warten üben

Das Lächeln behalten
als Schutz vor der Kälte

Momente speichern
bevor die Zeit wieder friert

Auf deinem Cappuccino
den Bläschen nachschauen

© Jorge D.R. 2017

Sonntag, 12. Februar 2017

noch einmal

ich lese deine zeilen
füge die worte neu
mache pausen beim sprechen
hier und dort
und dann noch einmal
ganz anders
meine seele beginnt zu schwingen
von duft genährt
trägt sie die gedanken
von einer baumkrone zur nächsten
der göttin entgegen
immer wieder greift
meine hand ins leere
doch als der tag zu ende geht
führt mich die einbrechende nacht
wie ein zebrastreifen
durch die rush hour des lebens
und ich erkenne dich

© Jorge D.R. 2017

Manchmal ist die Seele ausgetrocknet und gebiert keine Worte mehr. Gut wenn man dann eine Freundin hat, die einem mit sanfter Poesie an die Hand nimmt. Meine Zeilen sind eine Antwort auf dieses Gedicht von Diana Jahr: [weiß die nacht]

Donnerstag, 9. Februar 2017

Norden

Blauer Himmel den ganzen Tag,
eine gleisende, tief stehende Sonne.

Und kalt, kalt, kalt,
Polarlicht lässt die Träume frieren.

Grüße in die Nacht
von der anderen Seite der Erde.

Nichts Neues aus dem Norden.
Nur das Schweigen des Schnees.

© Jorge D.R. 2017

Montag, 23. Januar 2017

86400 sekunden

am tage
den menschen im blick
manche dinge tun
andere reifen lassen

am abend
die bilanzen schönen
das glück des tages
in die träume geleiten

in der nacht
wege der engel studieren
die leere zwischen den sternen
mit schweigen füllen

am morgen
der hoffnung raum geben
und noch einmal
bei null beginnen

© Jorge D.R. 2017

Sonntag, 1. Januar 2017

vom himmel

vor dem fenster
ein kalter wind
der himmel nirgendwo

schweigen
trägt das lied
von einsamkeit

du gehst
hinaus in die weite
mit leerer hand

im land
ohne horizont
verlierst du dich

in der spur von gestern
läuft die erinnerung
gegen das vergessen

am morgen steigt
ein lächeln
aus der leere

licht über dem eis
spiegelt deine seele
der himmel ist in dir

© Jorge D.R. 2017

Happy New Year 2017