Montag, 29. November 2010

noch vor der nacht

gedanken wie geisterfahrer
in der großen wüste getroffen
hinter dem verstehen

bilder wie schwarze löcher
mit blinden augen gesehen
aus traurigem herzen

wörter wie nadelstiche
mit leeren gefühlen beschossen
zurück in die fremde

lieder wie tontauben
im blick den himmel gehalten
warten auf rückenwind

ideen wie falschgeld
vor langer zeit gehandelt
für ein anderes leben

träume wie schmetterlinge
in die freiheit gelassen
noch vor der nacht


Jorge D.R.

Kommentare:

  1. irgendwie klingt das traurig, voller leid, niedergeschlagen - und dann doch der schmetterling, zu früh entlassen - vor der nacht.

    einen tag voller zuversicht, lieber jorge,
    rosadora

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  2. ich wage keine Aussage dazu.
    Auf jeden Fall sind da die Träume, die Du träumst, auch wenn die Nacht den Tag noch nicht verdrängte.

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  3. noch vor der nacht
    wird der schmetterling
    zurückkehren zu dem
    der ihn zu früh entließ...

    so könnte es auch ausgehen ... dir einen lieben gruß von ursa

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  4. Da liegt noch vieles im Argen. Hoffen wir auf einen besänftigenden Abend und eine gütige Nacht...

    Liebe Grüsse in den Advent hinein,
    Brigitte

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  5. Ich könnte es nicht interpretieren. Aber es löst ein Fühlen aus, berührt mich.

    Lieben Gruß,
    Kathrin

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  6. Manchmal sollten wir unsere Blickrichtung wechseln lieber Jorge, das Verstehen war Auslöser für deine Gedankengeisterfahrt...die Richtung endlose Wüste ging..
    vielleicht kannst du den Bildern doch etwas Farbe abgewinnen, leuchtende Farben..Momente die man nicht mit traurigem Herzen betrachten kann, weil sie viel zu schön waren/sind

    Träume muss man in die Freiheit entlassen, damit sie zurückkehren können, vielleicht in einer anderen Form,aber nicht weniger schön

    Gedanken die sehr zum nachdenken anregen
    danke fürs teilhaben dürfen

    Licht und Liebe
    sendet dir
    Sterntalerchen

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  7. lieber jorge,

    ich freue mich sehr über deinen besuch auf meinem blog und deine zeilen.
    beglückt habe ich nun den weg hierher gefunden und werde gleich überrascht mit einem gedicht, das mich ganz weit mitnimmt. du hast es wirklich kunstvoll gebaut, dieses dunkle gedicht, das keinen ausweg lässt, und mit neuen bildern, die mich betroffen machen und nachdenklich.

    gedanken wie geisterfahrer

    bilder wie schwarze löcher

    wörter wie nadelstiche

    lieder wie tontauben

    ideen wie falschgeld

    träume wie schmetterlinge

    entlassen...noch vor der nacht...

    was bleibt dann noch?

    an den "liedern wie tontauben" blieb ich lange hängen und verfolgte ihren unfreiwilligen flug - im blick den himmel.... eine bis ins absurde perfekt gefügte spirale in die traumlose (hoffentlich traumlos!!!) nacht hinein...

    neugierig auf mehr
    gabriele

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