Dienstag, 19. Juni 2012

Der Schwarm

Im Spätsommer im Norden Kanadas
an einem See sitzen.

Du hast ein Feuer gemacht,
denn der Abend wird kalt werden.
Gebannt schaust du,
wie der rote Feuerball
im Westen versinkt.
Da hörst du die Laute,
die dir so vertraut sind,
die du so liebst.

Dann sind sie über dir.
Ein riesiger Schwarm Canada Geese.
Für Minuten ist der Lärm betäubend.

Und plötzlich bist du wieder
allein in dieser endlosen Wildnis.

Du beginnst zu grübeln.
Über Gemeinschaft.
Über Einsamkeit.

Jorge D.R.

Inspiriert durch ein Gedicht bei ahora-giocanda.

Kommentare:

  1. Es ist faszinierend, wenn die Wildgänse schreien. Du hörst ihre Rufe schon von ferne und suchst sie am Firmament bis du sie entdeckt hast. Ja und dann folgst du gebannt ihrem Flug bis der Horizont sie verschluckt. Ich kann dich gut verstehen, lieber Jorge, wenn du diese Einheit siehst, dieses Zusammenstehen, weil sie einander brauchen, es verführt zum Nachdenken. Eine allein ist verloren. Sie muss sich anschließen, um zu überleben. Liebe Grüße, Gerti

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  2. Ein wunderbarer Text voller Naturphilosophie.
    Ich kann mir vorstellen, wie beeindruckend so ein Schwarm Wildgänse in den kanadischen Weiten sein muss. Da kommt man unweigerlich ins Sinnieren...

    Liebe Grüsse und gute Wünsche,
    Brigitte

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  3. es sind Worte, die starke Gedanken zeigen.
    Offen für die Natur und ihre Klänge und genau so offen für das, was in Dir geschieht.
    Lieber Gruß von Bruni

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  4. Lieber Jörg,

    wenn sie aufsteigen - fast mystisch kann man es nennen und man möchte deren Geschnatter übersetzen können, lächel...
    deine Gedanken dazu sind treffend, ja, eine wunderbare Beobachtungsgabe und Beobachtungswiedergabe... danke fürs *ganz anders denken*

    herzlichst, Rachel

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  5. ich stelle mir gerade die Einsamkeit vor und genieße sie. Sie ist hier in der Stadt und ihrem Umfeld nie anzutreffen. Immer Menschen, Maschinen, Geräusche der verschiedensten Art, die die wenigen Naturgeräusche übertönen. Ich vermisse das Alleinsein in der Natur manchmal so sehr ...

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  6. Hallo lieber Jorge

    wahrlich schöne Gedanken hast du hier festgehalten.
    Beeindruckend geschildert lassen sie Bilder vor dem geistigen Auge entstehen.
    Die Natur in ihrer Vielfalt mit allen Sinnen genießen
    sich inspirieren lassen von der Stille das ist für mich die Quelle aller Kreativität die in uns schlummert.
    Lieben Dank fürs teilhaben dürfen
    Sternenstaub für dich

    Sterntalerchen

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  7. Ich kann das gut nachvollziehen. Auch wenn hier kein Canada ist und die Wildnis kleiner und weniger weit ist. Wir haben ein Naturschutzgebiet direkt vor den Toren der Kleinstadt. Und wenn ich dahin ganz früh am Morgen gehe, dann ist es wie Klein-Canada. Vorallem weil es dort auch Wildgänse gibt.

    Das Gute liegt so nah.....

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